Umfassende Sanierung eines historischen Hauses in der Gerberstraße / Ecke Paradiesgasse, Villingen

Nach einem schweren Brand im Eckhaus Gerberstraße / Paradiesgasse wurde das Gebäude 2019 umfassend saniert und wiederaufgebaut.

Zunächst erfolgte eine Sofortmaßnahme zum Schutz des Gebäudes: Stabilisierung, Abstützungen und Baustelleneinrichtung, sodass Planung, Genehmigung und Versicherungsabstimmungen durchgeführt werden konnten.

Die Herausforderung bestand vor allem im Umgang mit der durch den Brand stark geschädigten Substanz – Einsturzgefahr, teils zerstörte Dach- und Zwischendeckentragwerke sowie stark verfärbte und verrußte historische Bauteile.
Darüber hinaus mussten die Anforderungen des Denkmalschutzes berücksichtigt und gleichzeitig moderne Standards in Wärmeschutz und Energieeffizienz erfüllt werden.

Allgemeine Projektinformationen

Projektname: Sanierung und Wiederaufbau Eckhaus Gerberstraße / Paradiesgasse

Ausgabgslage: Brand im Eckhaus Gerberstraße / Paradiesgasse (zwischen 2017 und 2018) – siehe Pressebericht: „Dramatische Szenen bei Brand in Innenstadt“ – Schwarzwälder Bote, 27.09.2017 (schwarzwaelder-bote.de)

Ort: Gerberstraße / Paradiesgasse, Villingen-Schwenningen

Sanierungsjahr: 2019 (Beginn der Wiederherstellung nach Brand)

Besonderheit: Historisches Gebäude in der Villinger Altstadt – denkmalpflegerische Anforderungen, anspruchsvolle Substanz nach Brand, enge Innenstadtlage

Unsere Leistungen

  • Einrichtung von Sofortmaßnahmen: Abstützen, Absichern der Brandstelle, Wetterschutz, Baustelleneinrichtung
  • Anpassung der Planung in enger Abstimmung mit Architekt, Statiker und internen Mischteams (Schreiner, Zimmerer, Dachdecker, Blechner) – flexible Reaktion auf den unvorhersehbaren Zustand des Gebäudes
  • Rückbau der beschädigten Bereiche, sorgfältiger Umgang mit der historischen Substanz: Dachstuhl, Zwischendecken, Innenwände
  • Fertigung und Montage von vier denkmalgerechten Gaupen als komplettes Bauteil in der Werkhalle – Montage per Kran vor Ort. Vorteil: hoher Detailgrad, kurze Montagezeit, geringere Witterungseinwirkung
  • Neubau und Erneuerung von Zwischendeckentragwerken und Raumaufteilung inklusive Innenwände
  • Passgenaue Vorfertigung von Dachstuhl und Innenwänden in der Werkhalle
  • Ausführung der Innentüren, Austausch Fenster, Dacheindeckung, Blechnerarbeiten am Dach, Dachfenster etc.
  • Koordination mit dem Denkmalschutz und Integration von modernem Wärmeschutz: Dämmung, Anschlussdetails, Wärmedurchgangswerte – bei gleichzeitigem Erhalt bauhistorischer Merkmale

Herausforderungen und Lösungen

Herausforderung

Der Wiederaufbau des Eckhauses in der Gerberstraße / Paradiesgasse war durch massive Brandschäden an der Tragstruktur und die empfindliche historische Substanz geprägt. Neben der Einsturzgefahr galt es, den Denkmalschutz zu wahren und zugleich moderne Anforderungen an Energieeffizienz zu erfüllen. Die enge Innenstadtlage erschwerte Logistik und Montage zusätzlich. Auch die enge Koordination der beteiligten Gewerke sowie die Umsetzung denkmalgerechter Gaupen stellten besondere Herausforderungen dar.

Lösung

Durch sorgfältige Planung, stabile Sicherungsmaßnahmen und enge Abstimmung aller Fachbereiche konnte das Gebäude erfolgreich saniert werden. Historische Elemente wurden bewahrt, moderne Wärmeschutzstandards integriert und der Ablauf optimal auf die schwierige Lage abgestimmt. Die Vorfertigung der vier Gaupen in der Werkhalle ermöglichte eine schnelle, präzise Montage und trug wesentlich zur Qualität und Terminsicherheit des Projekts bei.

Bedeutung & Ausblick

Dieses Projekt zeigt, wie ein historisches Gebäude in der Altstadt von Villingen nach einem Brand nicht nur instand gesetzt, sondern zukunftsfähig saniert werden kann – mit Blick auf Erhalt, Ästhetik, Nutzung und Energieeffizienz. Die Kombination aus denkmalpflegerischer Sensibilität, modernem Bauablauf und integrierter Fachplanung macht das Projekt exemplarisch.

Impressionen